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Freitag, 23. November 2007

Experte: Sicherheitssoftware ist gefährlich

Na, da sagt es ja mal jemand fast noch deutlicher. Auch wenn ich immer etwas vorsichtig bin, wenn unbekannte Firmen mit angeblichen Experten und noch angeblicheren empirischen Studien oder eignene Analysen aufwarten, trotzdem gefällt mir dieser Artikel natürlich:

"Unternehmen, die viele Anti-Viren-Produkte installieren, erhöhen damit auch ihr Risiko, einem Hackerangriff zum Opfer zu fallen.

Das sagte Thierry Zoller, Sicherheitsexperte der Oberurseler n.runs AG, dem Branchendienst Infoworld. Zoller und sein Kollege Sergio Alvarez haben demnach zwei Jahre lang die Anti-Viren-Lösungen führender Hersteller untersucht.

Die Schwachstelle liege in der Parser Software der Anti-Viren-Produkte, hieß es. Die Parser Software wird genutzt, um Dateien zu öffnen und zu untersuchen. Zoller und Alvarez hätten als 80 Schwachstellen in der Parser Software entdeckt, von denen viele noch nicht geschlossen seien.

Auch große Hersteller seien betroffen. 80 Prozent der Lecks erlaubten es den Hackern sogar, Schadcode auf einem System auszuführen. Einige Anwender glaubten, es helfe, viele Anti-Viren-Engines einzusetzen, so Zoller. Das Gegenteil sei der Fall. "Diese Nutzer erhöhen das Risiko, weil jede Anti-Viren-Lösung Bugs hat."

Zoller Arbeitgeber sieht hier eine Marktlücke. n.runs bietet die Software 'ParsingSafe' an - die Nutzer vor Parsing-Attacken schützen soll.

Andere Experten halten die Aussagen für überzogen. Hacker hätten Schwachstellen dieser Art bislang noch nicht ausgenutzt, sagte Russ Cooper, Senior Scientist bei Verizon Business. Zum einen seien sie mit anderen Taktiken erfolgreich. Zum anderen hätten die Hacker ein höheres Entdeckungsrisiko, wenn sie sich an Anti-Viren-Software wagten – und die Lecks würden schnell geschlossen.

Die Anti-Viren-Hersteller wüssten längst, dass ihre Software Schwachstellen aufweise, sagte Marc Maiffret, CTO bei eEye Digital Security. "Sicherheitssoftware ist so verletzbar, wie jede andere Software auch."

Quelle: silicon.de


Aber es ist natürlich klar, dass die Herren Zoller und Alvarez wohl vor allem Ihr tolles neues Produkt verkaufen wollen. Womit sie sich allerdings irgendwie selbst wiedersprechen, denn noch eine weitere Software auf den Maschinen führt in der eigenen Logik doch zu einem weiteren gefährlichen Angriffsziel....

Mittwoch, 19. September 2007

Treiber von Sicherheitssoftware gefährden Systemstabilität

Weniger Sicherheit durch Sicherheitsprodukte - ein entsprechendes Bulletin kam heute von Matousec Security mti einer eindrucksvollen Beweisführung, wie angreifbar namhafte "Sicherheitsprodukte" sind. Heise hat die Nachricht aufgegriffen und folgende in folgender Liste zusammengefasst:

Betroffen sind laut der Matousec-Analyse folgende Produkte:

  • BlackICE PC Protection 3.6.cqn
  • G DATA InternetSecurity 2007
  • Ghost Security Suite beta 1.110 and alpha 1.200
  • Kaspersky Internet Security 7.0.0.125
  • Norton Internet Security 2008 15.0.0.60
  • Online Armor Personal Firewall 2.0.1.215
  • Outpost Firewall Pro 4.0.1025.7828
  • Privatefirewall 5.0.14.2
  • Process Monitor 1.22
  • ProcessGuard 3.410
  • ProSecurity 1.40 Beta 2
  • RegMon 7.04
  • ZoneAlarm Pro 7.0.362.000

Bei den meisten Produkten handelt es sich um die aktuellen Versionen, für die es derzeit noch keine Updates gibt.

Die detaillierte Analyse einschliesslich Code-Erklärung und Analsyse-Tool findet sich hier.



Dienstag, 28. August 2007

Wikiscanner und die Folgen

Er ist eingeschlagen wie eine Bombe: Der Wikiscanner (bzw. hier für die deutsche Wikipedia) Und zugegeben, auch wenn das, was er tut, eher trivial ist, so ist es doch mal wieder die Zusammenführung von existierender Information, die plötzlich eine völlig neue Sichtweise ermöglicht.

Für alle, die sich noch nicht mit dem Wikiscanner auseinandergesetzt haben: Er analysiert einfach die IPs, die bei jeder Wiki-Änderung hinterlegt werden, gegen die offiziell zugeteilten IP-Ranges und kann damit vielen Wiki-Einträgen einen "Urheber" geben. Das ist faktisch immer nur ein Unternehmensname, aber dennoch lässt der direkte Vergleich zwischen Eintrag und Unternehmen allzuoft deutliche Rückschlüsse zu. Nicht zu sprechen von kleineren Unternehmen, bei denen man eigentlich - wenn man sie kennt - fast schon die Person ausmachen kann, die hinter einer Änderung steht.

Ein einfaches Beispiel

Die deutsche Microsoft geht über MS Dublin ins Internet, im deutschen Wiki werden primär deutsche Microsofties editieren, ein kurzer Blick in den Wikiscanner und wir dürfen uns 163 Änderungen ansehen:

http://wikiscanner.virgil.gr/f_DE.php?ip2=213.199.128.0-143.255

Neben lustigen Einträgen (was ist denn nun ActiveX?? Wie lange gibt eine Kuh Milch?) mischt Microsoft natürlich auch bei den eigenen Produkten mächtig mit. Das ganze ist sehr überschaubar und birgt wenig Anlass zur Kritik, es zeigt aber die Möglichkeiten des Scanners sehr gut.

Die Konsequenzen

Sicher kann man jetzt viel über statische IP-Ranges schreiben (oder gar dem Lifetime IP-Feature von IPv6 uns seine Folgen in diesem Kontext). Mir geht es aber um etwas anderes:

Der Wikiscanner zeigt, welche Folgen lanfristige IP-Speicherung hat. In der Debatte um "Vorratesdatenspeicherung" sollte spätestens jetzt auch der letzte Anti-Terror-Schreihals aufwachen: Die Profilierung von Individuen wird perfektioniert. Es wird immer wieder zu versehentlichen Veröffentlichungen von IP-Bewegungsdaten kommen und es gibt kein Vergessen. Auch in 10 Jahren kann die eigene Jungendsünde zwar verjährt sein, aber immer noch im Netz kursieren. Und es wird Mashups geben, die auf einen Blick alle Daten zusammentragen und sehr binär über die eigene Zukunft entscheiden.

Ich werde hoffentlich bald mal Zeit finden, das ganze prototypisch in ein eigenes Mashup gegen Wiki / Foren / AOL Suchliste / Google Groups laufen zu lassen, aber ich denke es müsste schon so recht klar geworden sein: Die eigene Spur ist mit einem Log Off oder dem Schliessen des Browserfensters noch lange nicht vernichtet...

Freitag, 24. August 2007

No Security?

Hallo,

mein Name ist Jan Peterson und ich arbeite seit vielen Jahren in der IT - genauer gesagt im Bereich IT-Sicherheit. Speziell Verschlüsselung, Signatur und Zertifikatsmanagement und all die Facetten dieser Technologien gehören zu meinem täglichen Kampf und mir begegnet dabei soviel Nonsens, dass ich mich jetzt entschlossen habe in einem Blog die ganze "Security by Obscurity" dieser Branche zu sammeln. Dabei soll aber auch das Thema Anti-Virus, Intrusion-Detection, Personal Firewall etc. nicht zu kurz kommen.

Viel Spass,
Jan